Die Neuapostolische Kirche Österreich

Geschichte

1885 - 1920
Im Jahre 1885, beauftragte Apostel Krebs, der spätere Stammapostel, den jungen Diakon Josef Hallawitsch aus Hamburg, sich in der Hauptstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie niederzulassen. Diakon Hallawitsch war Kaufmann und
eröffnete in Wien ein Geschäft. Um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, brachte er in seinem Laden eine Tafel an, die man nicht übersehen konnte; darauf stand: "Wo wirst Du die Ewigkeit verbringen?"
Allerdings gab es in den habsburgischen Ländern in dieser Zeit keine Religionsfreiheit was die kirchliche Arbeit sehr erschwerte. Eine offizielle Tätigkeit als Kirche in Österreich war vor 1920 wegen eines staatlichen Verbotes nicht möglich.
Im Jahre 1914 übersiedelte der Evangelist Martin Trinks von Dresden nach Wien und begann in seiner Wohnung Gottesdienste zu halten.

1919
Nach dem Ersten Weltkrieg, mit der Gründung der Ersten Republik wurden die rechtlichen Grundlagen für ein öffentliches Wirken der Neuapostolischen Kirche in Österreich geschaffen. Die neue Verfassung garantierte die Religionsfreiheit
für alle Bürger. Jetzt konnte Evangelist Trinks als Seelsorger an die Öffentlichkeit treten.
Im Jahre 1921 spendete Apostel Hölzel zum ersten mal das Sakrament der Heiligen Versiegelung in Österreich.
Bereits 1921 gab es erste Mitglieder in Wien, später wurden auch Gemeinden in Innsbruck, Linz und Graz gegründet. Im Jahr 1936 wurden die Österreichischen
Gemeinden zum "Kirchenbezirk Österreich" zusammengefasst, welcher ab 1938 als einzelne "Bezirke" bereits Graz, Linz und Dornbirn aufwies.
Am 20. September 1936 empfing Hirte Robert Gresli durch Apostel Hölzel das Bezirksältestenamt. Im selben Gottesdienst empfing der junge Diakon Max Gurtner das Priesteramt.
Im Mai 1938 wurden Max Gurtner und Richard Heymann zu Bezirksevangelisten ordiniert.

1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich das Wachstum fort. Im Herbst 1948 gab der bisherige Bezirksälteste Gresli die Leitung des Bezirkes Österreich ab. Es entstanden eigene "Bezirke" in Wien (mit der Bundeshauptstadt selbst und den Ländern Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Kärnten), Linz (Oberösterreich und Salzburg) und Dornbirn (Tirol und Vorarlberg). Als Bezirksvorsteher fungierten die Bezirksevangelisten Gurtner für Wien, Heymann für Linz und Rameder für Dornbirn.

1955
Am 1. Jänner 1955 wurde der Arbeitsbereich von Bezirksältestem Gurtner nochmals geteilt. Die Steiermark, Kärnten und das südliche Burgenland bildeten nun den Bezirk Graz, den Bezirksevangelist Putschko leitete. Ebenfalls im Jahr 1955 besuchte Stammapostel Bischoff erstmals Österreich und ordinierte in einem Festgottesdienst am 24. Juli 1955 Bezirksältesten Max Gurtner zum ersten Apostel Österreichs. Zuvor waren die neuapostolischen Christen in Österreich durch Apostel aus der Schweiz betreut worden, mit Ausnahme der Zeit des zweiten Weltkriegs, in welcher die Betreuung durch den Apostelbezirk Stuttgart erfolgte. Apostel Gurtner war bis zu seinem Tod im Jahr 1972 aktiv tätig.
Am 15. Juli 1973 empfing Bezirksevangelist Franz Janda das Bischofsamt, wobei Apostel aus der Schweiz und aus Württemberg in Österreich tätig waren.

1975
Unter Bischof Franz Janda aus Wien wurde die Neuapostolische Kirche 1975 in Österreich staatlich anerkannt.
1978 beauftragte Bezirksapostel Hans Urwyler Apostel Ludwig Teucher, der schon als Bischof mit Apostel Gurtner zusammengearbeitet hatte, mit der Betreuung der
neuapostolischen Christen in Österreich.
Im Oktober 1979 wurde der langjährige Bezirksälteste von Wien, Otto Zeller, in den Ruhestand versetzt. Seit der Berufung des Bezirksältesten Max Gurtner ins Apostelamt hatte er den Kirchenbezirk Wien geleitet und nach dem Ausscheiden des Bezirksältesten Hermann Dobrodel auch noch den Kirchenbezirk Graz übernommen. An seine Stelle traten die nunmehrigen Bezirksältesten Ernst Trinks für Wien und Hans Hütter für Graz.

1981
Im von Stammapostel Hans Urwyler gehaltenen Neujahrsgottesdienst 1980/81 empfing Bezirksevangelist Rudolf Kainz aus Linz das Apostelamt.

1983 - 2008
In diesem Zeitabschnitt wurden insgesamt drei Bischöfe zur Betreuung der neuapostolischen Christen ordiniert. Von 1983 bis 2006 war dies Bischof Johann Trimmal. Ab 1988 sind es Bischof Josef Bleckenwegner sowie Bischof Jürgen Müller.

2013
Apostel Kainz betreut neben der Gebietskirche Österreich auch die Länder Slowenien, Tschechien und Ungarn.
Bischof Josef Bleckenwegner betreut die Kirchenbezirke Linz, Salzburg, Tirol und Vorarlberg in Österreich, sowie einige Kirchenbezirke in der Schweiz.
Bischof Jürgen Müller betreut die Kirchenbezirke Steiermark, Kärnten und Wien, sowie die Länder Bulgarien, Kroatien, Moldawien und Slowenien.

 

Informationen über die Entstehung der Neuapostolischen Kirche finden Sie im Bereich Neuapostolische Kirche kennenlernen unter Geschichte.