Die Neuapostolische Kirche Österreich

Erntedank

Gott danken - wofür?

Immer wieder gehen Meldungen durch die Medien, welche aufzeigen, wie viele Tonnen an Lebensmitteln pro Jahr in unserem Land weggeworfen werden. Demgegenüber stehen Nachrichten, welche betonen, wie viele Menschen in einem Jahr an Hunger sterben. Einen, der nicht oberflächlich durch das Leben geht, darf so etwas nicht unberührt lassen. Das Ergebnis der Überlegungen ist zumindest die beunruhigende Erkenntnis: Irgendetwas stimmt hier nicht! Auf der einen Seite Überfluss, auf der anderen Seite entsetzlicher Hunger.

Dieser Zusammenhang macht uns gerade im Hinblick auf das Erntedankfest bewusst, dass es gar nicht selbstverständlich ist, genug zu essen und zu trinken zu haben. An und für sich gilt die göttliche Aussage "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte ... (1.Mose 8,22)" für alle Menschen auf der ganzen Welt. Niemand müsste Mangel leiden, wenn wir Menschen auch in dieser Hinsicht das Gebot Jesu "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", beachten würden, d.h. achte darauf, dass nicht nur du selbst, sondern auch der andere seinen Hunger und Durst stillen kann. Sei dir nicht einfach nur selbst der Nächste.

Wir wollen daher das Erntedankfest dazu nützen, dem Geber aller guten Gaben, Gott, dafür zu danken, dass er zu seiner Verheißung "... soll nicht aufhören Saat und Ernte..." auch in diesem Jahr gestanden ist. Dies tun neuapostolische Christen in besonderer Weise am Erntedank-Sonntag in einem feierlichen Gottesdienst, zu dem alle Menschen herzlich eingeladen sind. Wir wollen Gott für das tägliche Brot danken, jedoch auch dafür danken, dass er Gesundheit verliehen hat, für das tägliche Brot arbeiten zu können.

Was ist, wenn man nicht gesund ist, keine Arbeit hat? Nichts ist selbstverständlich. Gott wollen wir bitten und ihm gebührt alle Ehre.
Chr. F. Gellert drückt dies in einem Lied so aus:
"Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre. Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserem Schöpfer Ehre".

Wir wollen in diesem Gottesdienst nicht nur danken, sondern besonders für all jene Menschen beten, die Hunger leiden - zu denen zählen auch Menschen in unseren Ländern - und darum bitten, dass sich die Verhältnisse ändern. Darüber hinaus möge Gott uns ein Herz voller Mitleid schenken, damit wir in unserem eigenen Umfeld Not erkennen und Not lindern.