Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens
Welcher gläubige Christ kennt nicht diese Worte aus dem Weihnachtsevangelium. Worte, die eine Botschaft waren, die eine Verheißung beinhalteten und deren Erfüllung erlebbar sein sollte. Doch wie sagte einmal jemand so treffend: "Die Botschaft hör ich wohl. Allein es fehlt der Glaube."
Ja - wo sind heute die Menschen, die noch Gott die Ehre geben, die alles daran setzen Frieden zu haben und zu halten mit jedermann, besonders auch in der eigenen Familie, und die sich bemühen, Gott und dem Nächsten zu gefallen? Gerade in dieser eigentlich so schönen Weihnachtszeit, in welcher der Mensch sich besinnen, sich zurückziehen und die Stille suchen möchte, um über sich selbst, über den Sinn seines Lebens, über die Zukunft nachzudenken und gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen, stellen wir fest, dass Menschen oft sogar Angst vor der Stille haben, sie ihnen geradezu weh tut. Lieber Hektik und Lärm, die förmlich wie eine Droge wirken. Nur nicht nachdenken! Nur nicht zur Ruhe kommen! Und von Frieden auf Erden kann im Jahre 2008 sicher nicht die Rede sein. Im Gegenteil, es gibt so viele "Kleinkriege" in den Familien, am Arbeitsplatz, unter den Nachbarn, wir müssen gar nicht die Weltpolitik betrachten. Bedauerlich ist nur, dass die meisten “Beteiligten” Christen sind, die es eigentlich besser wissen müssten und welche die Kraft hätten, es anders zu machen.
Sicher darf auch nicht übersehen werden, dass wir in einer Zeit größter Ungewissheit und damit Unsicherheit leben. Ob diese Verunsicherung durch die Bankenkrise ausgelöst wurde oder ob man sich seines Lebens nicht mehr sicher ist, weil Bedrohung, Vergewaltigungen und Einbrüche an der Tagesordnung sind. Wer beachtet in diesem Zusammenhang noch die goldene Regel Jesu: "Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch” (Lukas 6,31)? Man legt diese Regel höchstens total falsch verstanden im Sinne eines "Auge um Auge, Zahn um Zahn" aus.
Wäre es nicht an der Zeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen? Wie hat einmal jemand so schön gesagt: "Stell dir vor: es gibt Krieg und niemand geht hin."
Stell dir vor, jemand tut dir etwas Böses und du rächst dich nicht? Stell dir vor, du erlebst Ungerechtigkeit und du vergibst? Stell dir vor, jemand ist total anders als du, und du gehst ihm dennoch nicht aus dem Weg, sondern auf ihn zu, versuchst ihn zu verstehen, dich in ihn hineinzuversetzen und gewinnst dadurch einen Freund? Stell dir einmal vor, jeder Einwohner Jenbachs hätte für den anderen ein liebevolles Wort oder einen freundlichen Blick. Stell dir das einmal vor!
Könnte das nicht etwas sein, was wir uns für diese Weihnachtszeit vornehmen könnten? Wäre es nicht möglich, anlässlich des Weihnachtsfestes in diesem Jahr ein Zeichen zu setzen und sich mit denen auszusöhnen, die einem Böses getan haben? Wer vergeben kann, sich versöhnt, zählt zu den Menschen, an denen Gott Wohlgefallen hat.
Rund um die Erde laden neuapostolische Christen zu einem Versöhnungsfest anlässlich des Weihnachtsgottesdienstes ein.
In diesem Sinn wünschen wir Ihnen ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gesegnetes neues Jahr.

